


Ausgangspunkt war "Skei-Appartement", wo wir vorher übernachteten und unser Auto stehen lassen konnten. Von hier ist der Einstieg zum Pfad gekennzeichnet.
Begleiteten uns anfangs noch Büsche , änderte sich das Landschaftsbild schnell und die Vegetation wurde niedriger. Die Blaubeeren sahen lecker aus, doch wir mußten sie hängen lassen -wir kamen mit den Rucksäcken so schlecht ran! Da es unsere erste Rucksacktour war, mußten wir uns erst einmal an die veränderten Gewichtsverhältnisse gewöhnen. Der Schritt wurde schweren, ein leichtfüßiges Überspringen kleiner Bäche nicht möglich und insgesamt wurde unser Wandertempo langsamer. Dafür fielen die Pausen weg! Einmal brauchten wir so schnell keine , zum anderen begleitete uns anfangs Nieselregen .
Gemächlich ging es in der ersten Etappe bergauf, gerade so viel, das wir gut laufen konnten. Leider konnten wir nicht sehr weit sehen, doch waren wir auch so von der Landschaft begeistert. Obwohl es ja wirklich nicht viel zu sehen gibt - auch farblich nicht! Berge, Täler, Bäche, Seen - alles eingebettet in Moos in den Farben von grün bis grau in allen möglichen Schattierungen. Und eine Ruhe! Ab und zu wurde sie unterbrochen durch das Bimmeln der Schafe mit ihren Glocken um den Hals. Schafe wren auch die einzigen Tiere, die wir zu sehen bekamen.
Unseren ersten Schlafplatz suchten wir hinter einer Hütte, denn es war kalt, windig und regnerisch.




Die Fjellstue hat einen großen Speisesaal, der zu dieser Jahreszeit fast leer war. Hier ist im Winter Hochbetrieb, wenn die Loipen und Pisten dieser Gegend bevölkert sind. Wir genossen den Kaffee und die Aussicht, stillten unseren "Süßhunger" mit Apfelkuchen, benutzten schnell die Sanitäranlagen und konnten dann weiter ziehen. Leider hat die Sonne nur ein Zwischenspiel gegeben und die dunklen grauen Wolken hingen wieder beängstigend tief. der Aufstieg zum Kantliknappen bescherte uns Feuchtigkeit von innen und außen! Wir fanden es schade, das die Aussicht begrenzt war. Außerdem war es windig und kalt, so das wir diesen netten Ort schnell hinter uns ließen. Danach tauchten wir in einen "Gespensterwald" ein. An den Birken hingen dunkle und helle Flechten herab, die im Regen wirklich gespenstig aussehen. Hell und bimmelnd waren nur die Schafe, auch hier allgegenwärtig! Unser nächstes Ziel war die Lauvasen Fjellstue. Freundlich wurden wir hier aufgenommen, obwohl wir wahrlich in unseren nassen, dreckverschmierten Sachen nicht einladend aussahen! Nach einem hervorragenden Kaffee ging es dann auf Schlafplatzsuche. In der Karte ist eine Übernachtungshütte eingezeichnet, doch anders als in Schweden kann man hier nicht darin übernachten. Es ist ein Lavvu, eine ähnliche Hütte, wie sie die Samen haben. Wir haben sie kurzerhand zum Esszimmer umfunktioniert. Es war wenigstens trocken. Wir haben mit uns gekämpft, ob wir das Feuerverbot im Sommer bei dieser Kälte nicht mißachten sollten - das nasse Holz nahm uns die Entscheidung ab!
















Wir haben das sonnige Wetter genutzt und an der Hütte unsere Mittagspause eingelegt. Nebenbei beobachten wir die Wanderer, die nach oben wollen oder von oben kommen. Die einen schnaufen vor sich hin, die anderen kommen erzählend und lachend vorbei!
Wenig später reihen wir uns ein und schnaufen mit! Begeistert schauten wir bei jeder kurzen Verschnaufpause zurück und bewunderten das Panorama. Mittlerweile war es auch so spät, das uns fast niemand mehr folgte und auch nur noch wenige entgegenkamen. Trotzdem ließen wir den Ruten links liegen und wanderten zum Paß hinauf. Das war genau der Zeltplatz, den wir uns vorgestellt hatten!
Schnell war das Zelt aufgebaut, dann kletterten wir noch ein bisschen in den Bergen herum, bis zum Vesle Ruten mit 1480 Höhenmetern. Es war einfach herrlich da oben. So langsam aber sicher ging die Sonne unter. Dieses Schauspiel konnten und wollten wir uns nicht entgehen lassen. Angezogen und in unserern Schlafsäcken warteten wir auf den Sonnenuntergang. Wir wurden nicht enttäuscht!





Weiter unten begann dann wieder höhere Vegetation. Erst wurden die Büsche knie-, dann hüfthoch und schließlich hatten wir Bäume um uns. Und "Schmodder", also Sumpfflächen. Der ergiebige Regen der vergangenen Tage trug dazu bei, das auch hier unten die Wege unwegsam waren. Oft mußten wir nach oben ausweichen, um überhaupt durchzukommnen. Bis Dalseter kamen wir nur langsam vorwärts und am Ende konnten wir kein Wasser mehr sehen!
Eigentlich wollten wir unser Zelt an der Ruten Fjellstue aufstellen, doch das hat man uns nicht erlaubt. Was blieb uns wieter übrig, als im Wald ein nettes Plätzchen mit fließendem Wasser zu suchen. Natürlich haben wir etwas gefunden! Es sollte auch nicht weit weg von der Bushaltestelle sein, denn am nächsten Tag fuhr kurz nach 7.00 Uhr unser Bus. Auf diesem letzten Stück unserer Wanderung, konnten wir uns Zeit lassen und die Pilze vom Wegrand mitnehmen. Bisher mußten wir sie immer schweren Herzens stehen lassen, da ein Mitnehmen sinnlos war. Also gab es als Abschlußmenü Pilze -lecker!!








Für uns war es die erste Rucksacktour. Wir hatten im Vorfeld zwar Bedenken, doch konnten wir sicher sein, bei großen Schwierigkeiten die Tour an verschiedenen Stellen abbrechen zu können. Andererseits waren wir auf weiten Strecken ganz allein und hatten so den Eindruck, abseits vom Alltag zu sein. Wir wollten ganz einfach mal ausprobieren, ob wir auch bald nicht mehr zu den Jugendlichen zählenden diese Herausforderung bewältigen könnten. Ganz sicher waren wir uns keineswegs, wir hatten keine Erfahrungen mit mehrtägigen Wanderungen.
Wir haben es geschafft, es war eine ideale Einsteigertour. Landschaftlich abwechslungsreich, wunderschön! Die Steigungen hielten sich in Grenzen, es war zu schaffen. Die kleinen Ortschaften vermittelten immer den Eindruck, im Notfall Hilfe zu haben. Trotzdem waren wir auf weiten Strecken ganz allein. Bis auf die Ruten-Etappe haben wir unterwegs nicht einen einzigen Menschen getroffen. Das hat uns gefallen!
Tourplanung: Wir hatten von Anfang an für die 75 km 6 Tage geplant. Wir waren allerdings unabhängig und hatten mehr Zeit. Vor Beginn der Wanderung hatten wir 3 Regentage, die wir in Skei "verwartet" haben. Unterkunft faden wir ohne Probleme im Rainbow-Hotel Skei und Skei-Appartement. Beide Einrichtungen vermieten auch Ferienhäuser, in denen man komfortabel wohnen kann. Den Einstieg hatten wir einen Tag vor Abmarsch erkundet. Es gibt auch andere Möglichkeiten, beispielsweise direkt über den Skeikampen. Wenn man gut trainiert ist und Wandererfahrung hat, eine prima Variante bei gutem Wetter. Durch unsere Wartezeit in Skei liefen wir erst dienstags los, hatten deshalb Zeit bis Sonntag, denn sonntags fährt der Bus nicht. Wir brauchten uns also nicht beeilen. Die letzte Etappe vom Ruten nach Dalseter hätten wir nämlich auch noch am Sonnabend geschafft. Der Bus fährt aber nur früh 7.00 Uhr von Montag bis Samstag.
Übernachtungen: Wir hatten vor, nur im Zelt zu übernachten. Man hätte auch in den jeweiligen Fjellhotels oder Fjellstue übernachten können. Dann hätte sich das Gepäck erheblich reduziert, denn Zelt, Matte, Schlafsack, warme Notsachen und etliches an Proviant wären weggefallen. Für den Herbst oder das Frühjahr finde ich diese Variante gar nicht schlecht!
Verpflegung: Verpflegung für 4 Tage hatten wir mit, man muss auf jeden Fall mit schlechtem Wetter rechnen. Müsli sollte unser Frühstück sein, doch wir sind auf " Brödli" umgestiegen, irgendwie sind wir keine "Müsli-Typen". Instandnudeln mit Tomatemsuppe sind schnell und Energiesparend zubereitet. Reis und Beutelsuppen brauchen zwar länger, haben uns aber besser geschmeckt. Das Angebot an Instandsuppen, die man aufwerten kann, ist groß. Für Zwischendurch hatten wir uns mit Studentenfutter und Müsliriegel eingedeckt. Beides hat uns geschmeckt. Wir haben jedoch festgestellt, das wir unterwegs gar keinen großen Hunger hatten. Deshalb haben wir wenig verbraucht. Auch abends hielt sich der Hunger in Grenzen. Nach dem 2. Tag haben wir regelmäßig getrunken, denn durch das kalte nasse Wetter hatten wir keinen Durst. Beides war entgegen unserer bisherigen Erfahrungen und hat uns erstaunt.
Ausrüstung: Wir hatten eine ganz normale Ausrüstung. Auf jeden Fall sollte man wasserdichte Jacken, Hosen und Wanderstiefel haben. Wir haben es gebraucht. Froh waren wir auch, das wir die dicke lange Unterwäsche mit hatten. Bei Nachttemperaturen um 5° c ist es angenehm sie nachts zu tragen! Unser Schlafsack (schon ein älteres Modell) stieß nämlich an seine Grenzen! In der letzten Nacht haben wir sie zusammengezippert - was man ja nicht machen soll - und siehe da, es ist wärmer, wenn man sich gegenseitig noch ein bisschen wärmt. Man soll eben nicht alles glauben, was Spezialisten schreiben. Wir würden es immer wieder tun! Und hilft es wirklich nicht, friert man wenigstens zu zweit und nicht so alleine!