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Floßabenteuer Klarälven 2004
- Erwartungen und Realität -
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| Eine Floßtour auf dem Klarälven war schon seit mehreren Jahren unser erklärtes Urlaubsziel. Den Klarälven kannten wir vom Winterurlaub in Branäs. den Bauplatz hatten wir uns auch schon angesehen - in diesem Sommer nun sollte unser Wunsch Wirklichkeit werden!
Zu fünft wollten wir das Abenteuer Klarälven in Angriff nehmen. Unsere Mannschaft war größen- , gewichts- und altersmäßig eine gute Mischung. Auch die Aufgaben wurden im Vorfeld festgelegt: Kapitän -Bärbel als Dienstälteste für die Verantwortung, Steuermann - Günter , erfahrener Paddler , 1. Rudergänger - Dirk als Größter und Kräftigster, Smutje - Grit als Häuslichste und Schatzmeister - Tanja, als die mit dem wenigsten Geld!
Natürlich hatten wir so unsere Vorstellungen, wie dieses Abenteuer verlaufen würde. Allerdings sah die Realität etwas anders aus!n
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| Der Bau des Floßes: |
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| Wir wollten unbedingt unser Floß selbst bauen, ein fertiges kam für uns überhaupt nicht in Frage! Weitere und genauere Vorstellungen hatten wir eigentlich gar nicht. Das war auch gut so! Das Floß besteht aus ca. 170 Baumstämmen, die 3m lang sind und einen Durchmesser von etwa 15 cm haben. Alle müssen von den auf dem Bauplatz verteilten Stapeln geholt und zum Ufer getragen, gezogen und |
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| gerollt werden. Anfangs geht das prima, doch je länger geschleppt wird, umso schwerer werden die Stämme! Trotzdem darf man nicht zimperlich sein und muß zupacken. Splitter können später entfernt werden, sozusagen als Sammlung! Schlimmer ist es, wenn ein Finger zwischen die Stämme gerät. Das ist uns glücklicherweise erspart geblieben. Der Abwechslung im Arbeitsablauf wegen haben erst ein Teil zusammengebaut, ehe wir die Stämme für Teil 2 bereit gelegt haben. Der eigentliche Bau erfolgt im Wasser, wer soll das schwere Floß auch tragen!! Bei einer Wassertemperatur von etwa 15°C mußten wir zügig arbeiten! Doch nach der Anleitung der Instukteure vom "Vildmark Värmland" galangen uns die Knoten gut und wir wurden immer schneller! Zum Schluß waren wir der Überzeugung, das Floß hält! Und es sah so aus, wie wir es uns vorgestellt hatten!! |
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Endlich Unterwegs!
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| Eine klare Vorstellung hatten wir vom Flößen : Wir sitzen auf dem Floß, ein Buch in der einen Hand, die Kaffeetasse in der anderen und beim Aufblicken sehen wir den Fluß vor uns und an den Ufern die bewaldeten Berge. Wir treiben mit dem Fluß und brauchen eigentlich gar nichts zu tun. Ab und zu springen wir in den Fluß, um uns abzukühlen und abends kommen wir ausgeruht und zufrieden an einer Sandbank an und bauen unser Zelt auf! |
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| Schon kurz nach dem Ablegen wurden wir eines Besseren belehrt! Eine "unterseeische" Sandbank zwang uns zum Aussteigen und Schieben. Es sollte eine von vielen in den nächsten Tagen sein! Wir waren lernfähig - also wurden vorn und hinten die "Stakwachen "aufgestellt. Sie mußten den Untergrund beobachten und notfalls mit der Stakstange die Richtung korrigieren. Die Paddel waren ziemlich wirkungslos, wenn ein Hindernis in Sicht kam, konnte das Floß kaum noch daran vorbei gepaddelt werden. |
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| Essen wollten wir auf dem Floß. Mit unserem "Benny" und einer Kiste voll Proviant waren wir gut ausgerüstet. Wir gingen davon aus, das das Floß nicht schaukelt, also gute Bedingungen zum Kochen und Essen bietet. |
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Die Verpflegung an Bord war prima zu organisieren. Das Wasser zum Kochen konnten wir aus dem Fluß schöpfen. Der Kaffee hat hervorragend geschmeckt! Der Platz zum Essen und Trinken war reichlich. Allerdingsdurfte Dirk nicht gerade übers Floß laufen, dann wurde es etwas wacklig um uns!! |
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| Nach einem langen geruhsamen Floßtag wollten wir eine schöne Sandbank zum Zelten finden. Ein Lagerfeuer aus Treibholz sollte den Tagesausklang bilden. |
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Und genauso war es dann fast. Herrliche Sandbänke bildeten ideale Zeltplätze an denen man mit dem Floß auch ohne Probleme anlegen konnte. Treibholz gab es auch genug, der warmen Mahlzeit am Feuer |
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| stand nichts im Wege. Wir 5 allerdings hatten einen anstrengenden Tag hinter uns, an dem wir x Mal wegen einer Sandbank aussteigen und schieben mußten! |
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| Doch gerade diese Probleme während der Fahrt lieferten uns Unmengen an Gesprächsstoff! Und an Appetitlosigkeit litten wir auch nicht! |
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Das Morgenbad im Fluß ist eine Selbstverständlichkeit, daran haben wir im Vorfeld nie gezweifelt! |
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| Das morgentliche Bad , nachdem uns die Sonne aus dem Zelt getrieben hat war angenehm. Da haben uns die 15°C gar nicht gestört! Nur beim Haarewaschen mußten wir aufpassen, das uns das Gehirn nicht einfriert! |
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Obwohl die Berge ab Stöllet nicht mehr so hoch sind wie bei Branäs, geben sie noch eine grandiose Kulisse ab, die uns immer wieder zum Fotoapparat greifen ließ. Man muss auf jeden Fall genügend Filme dabei haben, bzw reichlich Speicherkapazität! |
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Wenn einer muss, dann hält das Floß! Aber bitte langfristig anmelden! Und nach Möglichkeit alle koordinieren, sonnst steht man ja nur am Rand! |
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| Das die Fahrt unseres Floßes irgendetwas eernstlich behindern könnte, haben wir gedanklich völlig ausgeschlossen. Wir waren sicher, das wir an angekündigten Steinen und Bäumen gut und ohne Schwierigkeiten vorbei kommen. |
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| Hindernisse gab es auf der Tour jede Menge! Es sollte ja auch nicht eintönig und langweilig sein! Entgegen der Strömungsrichtung in der Fahrtrinne steckende Bäume waren das gemeinste Hindernis. Da half meist auch keine Stakstange, sondern nur - alle absteigen, am Floß festhalten (hier war es ja tief!) und das Floß über den Stamm heben. Es hat immer geklappt! Steine sind etwas bedrohliches, jedoch vorher gut zu erkennen, so das wir genügend Zeit hatten, das Floß darum herum zu manövrieren. Am Ufer überhängende Bäume waren mit Hilfe der Stakstange gut zu umfahren. Völlig unterschätzt wurden an den ersten 2 Tagen die Sandbänke im Fluß. Da er relativ wenig Wasser führte, hatten wir in den weiten Kurven nur eine schmale Fahrrinne. Der übrige Teil war flach -zu flach für unser Floß! |
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| Da unser Floß mit 5 Mann bzw. Frau gut besetzt war, konnten wir es mit vereinten Kräften immer wieder ins tiefere Wasser schieben. An einer Stelle haben wir das letzte mögliche Mittel angewandt - wir haben das Floß in 2 Teile zerlegt und diese einzeln geschoben! Hilfe für feststeckende Flöße ist fast nicht möglich, denn befindet man sich in der Fahrtrinne, ist man ganz schnell vorbei. Die letzten 2 Tage waren wir meist 3 Flöße - 2 niederländische Familien und wir. Trotz Schwierigkeiten, haben wir versucht, uns gegenseitig zu helfen. Es reichte manchmal schon, dem Nachfolger die richtige Richtung zu weisen!! |
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| Ab und zu hat es mit dem Anhalten auch geklappt, nämlich dann, wenn wir alle 3 mal wieder festsaßen!! Mit viel Lärm und vereinten Kräften beim Schieben haben wir es immer geschafft! |
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| Aus Erfahrung klug geworden, haben wir den Fluß bei allen möglichen Anzeichen von Unregelmäßigkeiten intensiv beobachtet! Die letzten Kilometer waren dann auch wirklich so, wie wir es uns vorgestellt hatten. Träge und langsam floß der Klarälven dahin und wir mit ihm. Sogar einen Biber konnten wir über lange Zeit beobachten. |
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| Ankunft und Zerlegen des Floßes |
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| Nachmittags gegen 17 .00 Uhr sollten wir wieder in Gunnerud am Zeltplatz von "Vildmark värmland" sein. Diese Zeit haben wir erst einmal nicht in Frage gestellt. Danach sollte das Floß entladen und wieder zerlegt werden. Wie wir letzteres wohl schaffen sollten? Unser kompaktes " Zu Hause" sollte sich wirklich so schnell zerlegen lassen? |
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| Diese Zeitvorgaben waren für uns einfach nicht zu schaffen! Dafür haben wir wahrscheinlich früh zu lange geschlafen und haben zu oft die "Ideale Linie" nicht getroffen. Außerdem ging es zum Schluß wirklich sehr langsam vorwärts, 1 km /Stunde war nicht untertrieben. Mit zunehmender Dunkelheit wurden wir unruhiger, dabei kamen die 2 Niederländer ja noch nach uns. Der Anlandeplatz war jedoch Dank der freundlichen Hilfe vor uns angekommeneer Foßfahrer und deren Lampen gut zu erkennen. Mit vereinden Kräften wurde alles Nötige vom Floß geholt und ganz schnell das Zelt aufgebaut - es war kurz vor Mitternacht!
Wir nahmen dann noch die 2 letzten Flöße mit in Empfang und halfen ebenso.
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| Am nächsten Tag wurde das Floß zerlegt und das ging erstaunlich einfach und sachnell. Es ist schon genial, wie aus ein paar Holzstämmen mit etlichen Seilen ein so stabiles, widerstandsfähiges Wasserfahrzeug entstehen kann! |
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| Einstimmig stellten wir nach diesen 5 Tagen fest: wir würden diese Tour sofort noch einmal machen. Es war zwar anstrengend, doch nichts war von vornherein absehbar. Wir wurden täglich neu gefordert, Improvisation war an der Tagesordnung, jeder mußte sich mal überwinden, die eigene Bequemlichkeit abzulegen. Wir konnten einmal wieder erkennen, das es uns gut tat, etwas abseits der Zivilisation zu sein und mit Wenigem auszukommen. Außerdem haben wir neue Erfahrungen gemacht, die wir anders nie gemacht hätten. Und nicht zuletztwar es gut für uns, mal nicht immer nur Geschwindigkeit zu erleben, sondern die Langsamkeit des Flusses zu genießen, ohne etwas ändern zu können. Ungeduld ist bei dieser Tour völlig fehl am Platz! |
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| Unsere Mannschaft!
Das Zelt war beim kräftigen Schieben fast zusammengefallen! Es hätte wirklich nicht mehr regnen dürfen! Doch sonst hat unser Floß allen Strapazen standgehalten - genau wie wir es von ihm erwartet haben!
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| Unser Fazit: Man muß schon etwas verrückt sein, um diese Tour zu machen! Man muß mit wenigem auskommen, darf nicht zimperlich sein, muß zupacken wollen und darf kein festgelegtes Programm erwarten. Belohnt wird man dafür mit einer herrlichen Naturkulisse, mit einzigartigen Erlebnissen und völlig neuen Erfahrungen. Nebenbei muß man kleine Blessuren, wie Splitter am laufenden Band, überall blaue Flecken, Muskelkater an allen möglichen und unmöglichen stellen und "Schwimmhäute" zwischen den Zehen einfach wegstecken können! Wir können den Klarälven als entspnnenden und spannenden Urlaub jedenfalls weiter empfehlen!! |
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